Warum sind einige In-Ear-Kopfhörer teurer als andere?

Schematische Querschnitt-Darstellung eines per BA angetriebenen Kopfhörer via Wikipedia
Schematische Querschnitt-Darstellung eines per BA angetriebenen Kopfhörer via Wikipedia

 

Man gibt hunderte von Euros für das neue Smartphone aus, aber an den Kopfhörern wird dann doch gern gespart… Die Wahrheit ist: Miese Kopfhörer sind der Musikkiller schlechthin. Gute Kopfhörer sind nicht billig, genauso wie gute Lautsprecher.

 

Wir reden hier nur von den In-Ear-Modellen - guter Sound muss einfach tief ins Ohr. Noch dazu sind In-Ear-Kopfhörer um einiges bequemer beim Sport oder beim Kurzsprint zur Bahn und was auch sonst so der Alltag mit sich bringt als On-Ear-Modelle! 

 

Treiber in die In-Ear-Gehäuseleiber 

 

Egal welche Art von Kopfhörer, sie alle funktionieren ähnlich wie ein Lautsprecher. Das wichtigste Element ist bei beiden der Antrieb, nur ist der bei Kopfhörern eben um einiges kleiner.

 

Es gibt zwei Typen von Antrieben: den elektrodynamischen Membranantrieb - dieser funktioniert wie beim guten alten Lautsprecher. Der Vorteil besteht darin, dass der dynamische Treiber eine sehr gute Basswiedergabe hat. 

 

Das Balanced-Armature-Schallwandler-Design (wörtlich „ausgewogener Anker“) ist ziemlich typisch beim In-Ear-Monitoring, was von Musikern genutzt wird, um sich selbst bei einem Auftritt genau zu hören. Ursprünglich stammt diese Art von Treiber aus dem Hörhilfe-Bereich. Eine magnetische Armatur bewegt sich, wenn ein elektrischer Strom durch die Spule fließt. Dadurch wird Druck auf das Diaphragma ausgeübt, was wiederum die Tonwiedergabe ermöglicht. Oft sind Balanced-Armature-Schallwandler mit elektrodynamischen Membranantrieben kombiniert.  

 

Viele Kopfhörer haben nur einen Treiber, doch die, die mehrere Treiber haben kosten mehr. Das liegt ganz einfach daran, weil es schwierig ist mehrere Treiber in ein winziges Gehäuse zu packen, welches anschließend quasi schwerelos im Ohr hängen soll. 

 

Man muss sich das so vorstellen: ein einziger Treiber soll alles allein machen - die Höhen, Tiefen und den mittleren Tonfrequenzbereich regeln. Dass das nicht unbedingt gut ist kann man sich denken. Die aufwendige Lösung lautet mehrere Treiber einzubauen. Jedoch gibt es auch einzelne Treiber, die das alles allein auf die Reihe kriegen, diese kosten aber auch mehr Geld. Man kann also nicht pauschalisieren, ob In-Ears mit einem oder mehreren Treiber gut oder schlecht klingen, es kommt hierbei immer auf deren Qualität an. 

 

 

Mit mehreren Treibern kommt es zur Frequenzweiche. Das dient dazu, dass die Musik, die man hört, in mehrere Frequenzen unterteilt wird, welche dann auf die jeweiligen Treiber geleitet werden. Nun könnt man sich bestimmt schon denken, warum In-Ear-Kopfhörer mit mehreren Treibern oft einen besseren Klang haben als die mit nur einem Treiber - weil Tieftöner, Hochtöner und Mitteltonhorn dazu ausgerüstet sind ihr eigenes „Soundgebiet“ zu haben. 

In-Ear-Kopfhörer mit Silikon-Aufsätzen
In-Ear-Kopfhörer mit Silikon-Aufsätzen

 

Qualitative Materialien gibt’s nicht geschenkt!

 

Bessere Materialien kosten natürlich mehr Geld, genau wie bei Klamotten zahlt man auch bei Kopfhörern mehr für bessere Qualität und das Design. Kabelmaterial, Magnet, Diaphragma - all das spielt eine Kostenrolle bei der Herstellung. Höherpreisige Kopfhörer haben normalerweise einen stärkeren Magneten, welcher wiederum mehr kostet. Die Kosten werden vom Hersteller natürlich auf den Endverbraucher umgewälzt, irgendwo wollen die ja auch noch was dran verdienen.

 

Ich pack’ mir Schaumstoff in die Ohren

 

Gute Kopfhörer sollten natürlich auch ideal ins Ohr passen, alles andere wäre schlichtweg Quatsch. Die Passform beeinflusst z.B. wieviele Geräusche man von der Außenwelt hören kann. Filtern die Kopfhörer die Geräusche gut raus, muss man nicht einmal bis zum Anschlag die Musik aufdrehen (was trotzdem fast jeder gerne tut, I mean, why not!), gleichzeitig erhält man einen anständigen Bass bei der perfekten Passform. Außerdem sollten In-Ears bequem sein, ich meine, man schiebt sich die Teile ja schließlich oft für mehrere Stunden in die Ohren, da will niemand einen kratzigen Pfropfen haben. Bei vielen In-Ear-Kopfhörern werden austauschbare Aufsätze mitgeliefert. Diese sind meistens aus Gummi, können aber auch aus Schaumstoff und anderen Materialien sein. Was einem da am besten gefällt hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab. 

 

 

Ziemlich interessant, was so In-Ear-Kopfhörer alles können müssen und wie sich die Kosten zusammensetzen, oder? Man kann erkennen, dass sich die Investition in höherpreisige Modelle lohnen kann, je nachdem, wieviel Wert man auf die Soundqualität und die Qualität des Produkts an sich legt.

 

Wie steht ihr dazu: investiert ihr lieber mehr für ein gutes Paar In-Ear-Kopfhörer oder genügt euch da ein günstigeres Paar und wie zufrieden seid ihr mit euren aktuellen Kopfhörern? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin gespannt auf einen Meinungsaustausch mit euch! 

 

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